Dienstag, 1. Januar 2008

Neujahr 2008

Normalerweise tu ich ja immer alles, was Dominik sagt. Dominik ist wohl der vernünftigste Mensch auf der Welt, aber gestern wollte ich einfach nicht auf ihn hören. 30 Minuten musste er heute morgen um 5 Uhr vor Katrins Haustür stehen und auf mich warten. Ständig musste ich das Treppenhaus hoch und runter rennen, weil ich noch aus der Wohnung etwas holen wollte, wenn ich dann oben angelangt war, mich aber nicht mehr entsinnen konnte, was ich eigentlich noch gleich suchte. Im dritten Anlauf war es dann Hendrik, der für mich meine Jacke fand und sie mir in die Hand drückte.


Einen White Russian zuviel. Der Dude vor dem Absturz. Links im Bild: Marco Materazzi



Dominik, schon sehr genervt, wollte mir dann ein Taxi bestellen. Dem habe ich mich aus mir mittlerweile schleierhaften Gründen aber standhaft verweigert. Ich wollte lieber mit dem Fahrrad fahren. Problem nur: Es fehlte der Schlüssel. Und er fehlt auch jetzt noch. Vermutlich ist er in der Hose, die immer noch in Katrins Wohnung liegt. „Come like you drink“ war das Motto der gestrigen Party und ich kam als Dude. Ich enthüllte die zum Kostüm passende kurze Hose aus Temperaturgründen aber erst nach dem Feuerwerk, weshalb ich noch eine lange Hose dabei hatte. Der Schlüssel jedenfalls konnte heute Morgen nicht mehr gefunden werden. Obwohl ich Hendrik und Dominik die Straße hab absuchen lassen, da ich vorgab, er sei mir aus der Tasche gefallen. Vielleicht stimmte das sogar, und der Schlüssel liegt tatsächlich noch irgendwo in der Emdener Straße. Ich kann mich nicht mehr recht entsinnen. Jedenfalls verweigerte mir Hendrik eine weitere Suchaktion im Haus, denn dort waren schon alle recht genervt von mir und auch Dominik wurde zunehmend gereizt. Irgendwann befand Dominik dann, dass es reiche und fuhr mit seinem Rad von dannen. Hendrik gab er noch den Rat mit, mich auf keinen Fall noch mal in die Wohnung zu lassen. Was Hendrik im Folgenden auch beherzigte. Jedenfalls konnten auch die in 10 Minuten-Intervallen getätigten Sturmklingelaktionen weder Hendrik vor die Haustür noch mich in die Wohnung befördern.


Aber selbst wenn ich den Schlüssel noch gefunden hätte, glaube ich inzwischen nicht, dass es mir gelungen wäre mein Fahrrad zu finden. Das steht nämlich ein wenig abseits der Haustür, wie ich mich jetzt wieder erinnere. Gestern wäre mir das wohl nicht gelungen. Wie die Schilderungen deutlich machen, wäre es in meinem Zustand eh zu gefährlich gewesen, mit dem Fahrrad zu fahren. Letztenendes entschied ich mich dann auch für ein Taxi. Diese Entscheidung musste jedoch folgenlos bleiben, denn mein Handy befand sich ebenfalls noch in meiner Hose. Verdammte Scheiße. Ich trottete also mit nackten Unterbeinen und meinem Bademantel den Ring entlang, stattete dem Döner-King noch einen Besuch ab. Bestellte dort mehr Dittsche als Dude meinen obligatorischen Döner, der sich erwartungsgemäß der Verdauung verweigerte und mir jetzt noch quer im Magen liegt. Sammelte noch ein paar Sprüche von belustigten Döner-King-Kunden ein und schleppte mich dann durch die Kälte nach hause, nicht ohne, wie es sich für einen standesgemäßen Bahnhofspenner gehört, Flüche vor mich hinzubrabbeln. Flüche auf Dominik und Hendrik, die Kameradenschweine, die sich in der Retrospektive natürlich vollkommen richtig verhalten hatten.


Dominik macht ja ohnehin immer alles richtig und hat auch immer Recht. Und das schreibe ich hier ohne Ironie. Und deshalb höre ich zumindest im nüchternen Zustand auch immer auf ihn. Dominik hat auch gesagt, ich soll anfangen zu bloggen. Und deshalb tu ich das jetzt auch.